Warum gerade jetzt so viele Anlagen ersetzt werden
Telefonanschlüsse laufen heute über das Internetprotokoll. In Liechtenstein gibt es keine ISDN- und Analoganschlüsse mehr. In der Schweiz stellen viele Anbieter ISDN und Analog ab oder haben es schon getan. Viele alte Anlagen laufen trotzdem noch, weil ein Adapter im Router die neue Leitung in die alte Sprache übersetzt. Das hält, bis der Router getauscht wird, die Anlage einen Defekt hat oder niemand mehr Ersatzteile liefert. Spätestens dann lohnt es sich, nicht die alte Anlage zu flicken, sondern sie zu ersetzen.
Was bleibt
- Ihre Telefonnummern. Bleiben Sie beim bisherigen Anbieter, schaltet er die Nummern auf die neue Anlage. Wechseln Sie, werden sie portiert.
- Die Abläufe. Wer zuerst klingelt, was nach Feierabend passiert, welche Gruppen es gibt: Das nehmen wir aus der alten Anlage auf und richten es neu ein, auf Wunsch gleich verbessert. Besondere Abläufe programmieren wir nach, und die Ansagen vertonen wir neu, auf Wunsch mit Musik und mehrsprachig.
- Die Gewohnheiten. Interne Kurzwahlen und Nebenstellennummern lassen sich meist beibehalten.
Was neu kommt
- Die Leitung. Statt ISDN gibt es einen SIP-Trunk, also eine Telefonleitung über das Internet. Den bekommen Sie beim bisherigen oder bei einem neuen Anbieter.
- Die Telefone. ISDN- und Systemtelefone der alten Anlage lassen sich nicht weiter verwenden. Neue IP-Telefone stecken am Netzwerkkabel und holen ihre Einstellungen automatisch.
- Die Anlage selbst. Sie läuft nicht mehr im Büro, sondern auf einem Server in der Schweiz. Im Technikraum wird ein Platz frei.
Geräte, an die man zuerst nicht denkt
Faxgerät, Türsprechanlage, Frankiermaschine, Alarm- oder Liftanlage: Solche Geräte hängen oft unbemerkt an der alten Anlage. Manche lassen sich über einen kleinen Analogadapter weiter betreiben, andere brauchen eine eigene Lösung, besonders Notruf- und Alarmverbindungen. Darum gehört eine Liste aller angeschlossenen Geräte an den Anfang jedes Wechsels.
So läuft der Wechsel
| Schritt | Was passiert |
|---|---|
| Bestandsaufnahme | Nummern, Telefone, angeschlossene Geräte, Ansagen und Anrufabläufe aufnehmen. |
| Leitung bestellen | SIP-Trunk beim bisherigen oder neuen Anbieter, bei einem Wechsel mit Portierungsauftrag. |
| Anlage einrichten | Neue Anlage mit allen Nebenstellen, Gruppen und Ansagen, parallel zur alten. |
| Telefone verteilen | Neue Telefone anschliessen und testen, während die alte Anlage noch läuft. |
| Umschalten | Am vereinbarten Tag gehen die Nummern auf die neue Anlage. Danach wird die alte abgebaut. |
Alten Vertrag nicht selbst kündigen. Wer den bisherigen Anschluss kündigt, bevor die Nummern umgezogen sind, riskiert, dass sie verloren gehen. Bei einer Portierung stösst in der Regel der neue Anbieter die Kündigung an.
